Samstag, 29. Oktober 2011

Saure Zipfel



Als Kontrastprogramm zum mexikanischen Essen der letzten beiden Einträge gibts heut etwas aus der fränkischen Küche. Heimatfutter für sansan...
Ich kann mir vorstellen welchen Gesichtsausdruck etwa die Hälfte von euch auf der Fassade haften hatte beim Lesen des Titels. Tjaja... klingt komisch, is aber so. Was euch im groben erwartet verrät ja das Bild, Würstchen in einem sauren Sud. Für manch einen Gaumen vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber zumindest einen Rheinländer konnt ich bereits davon überzeugen, dass es sehr viel besser schmeckt als man vom Namen erwarten würde.
Entgegen unserer ansonsten überwiegend selbstgeschmiedeten Rezepte (oder Familienrezepte) hab ich dieses Rezept dreist aus einem Kochbuch geklaut. Das Buch heißt "Fränkische Küche" von Peter Ploog. Meinem Empfinden nach ein empfehlenswertes Kochbuch wenn man - aus welchem Grund auch immer - Interesse an der fränkischen Küche hat.
Erörtern wir doch mal die Zutatenliste... Als Bratwürste haben sich bei uns Nürnberger durchgesetzt (die putzigen kleinen Dinger), weshalb die Angabe von 8 Würstchen für 4 Personen dann nicht ganz zutreffend ist, denn von zwei Zwergenwürstchen wird ja kein Mensch satt. Aber da könnt ihr euch ja selber überlegen wie viele davon ihr meint essen zu wollen. Wer in Franken wohnt kann da freilich auch zu anderen Bratwürsten greifen, aber hunderte Kilometer von der Heimat entfernt muss man sich eben Alternativen suchen. 
Das Wort Petersilienwurzel sorgte bei mir beim ersten Durchlesen des Rezepts für Fragezeichen und auch nachdem ich dann wusste wie sowas auszusehen hat (wie Pastinaken) wurds nicht einfacher welche zu kriegen. Wenn man viel Glück hat sieht man sie mal irgendwo rumliegen oder man findet ein Päckchen Suppengemüse in dem eine drin ist, aber meistens hatten wir eher Pech. Auch dieses mal. Aber auch ohne Petersilienwurzel schmeckts trotzdem gut. Also wenn ihr keine finden könnt, nicht gleich panisch werden.

Wikipedia sagt: "Wurzelpetersilie hat einen intensiven, leicht süßlichen Geschmack, ähnlich dem der Pastinake, doch kräftiger. Er ähnelt auch dem von Knollensellerie."

Suppengemüse ist generell ratsam, denn da hat man Karotten und Lauch gleich versammelt und als Alternative zur Petersilienwurzel ein wenig Knollensellerie.




Zutaten (für 4 Portionen):
8 Bratwürste
3 Zwiebeln
2 Möhren
1 kleine Porreestange
1 kleine Petersilienwurzel
200 ml Obstessig
Salz
2 Nelken
10 schwarze Pfefferkörner
4 Wacholderbeeren
1 EL Zucker
350 ml trockener Weißwein


Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden/hobeln. Das Gemüse waschen und Karotten und Petersilienwurzel (Sellerie) schälen. Dann das Gemüse in Würfel schneiden.
1l Wasser und den Obstessig in einem Topf aufkochen, Zwiebeln, Gemüse, Gewürze und Zucker zugeben und 15 Minuten köcheln lassen. Nach den 15 Minuten den Wein zugeben und heiß werden lassen, den Topf anschließend vom Herd nehmen.
Nun kommen die Würstchen in den Topf und dürfen weitere 15 Minuten ziehen. Fertig!
Die Würstchen mit etwas Sud anrichten, dazu gibts Brot.


Kommentare:

  1. Der Name ist echt gewöhnungsbedürftig, aber es sieht so gut aus *.*

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  2. Jaa, ich ... mag sowas sonst gar nicht aber das Bild ist so toll *-* das man es doch mal wagen würde.

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  3. Gut aussehen tut es wirklich, auch wenn ich wirklich sagen muss, dass ich da auch eher skeptisch bin. Aber auf jeden Fall ist es interessant und vielleicht probier ich das Rezept ja mal mit meiner Schwester oder so aus. =)

    http://doomsdaypenguin.blogspot.com/

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  4. Huch! Durchklicken bringt noch neue-alte Sachen zum Vorschein!
    Blaue Zipfel sind wirklich deutlich leckerer als man es vermuten würde.
    Für den Wein nimmt man am besten einen fränkischen Silvaner, der gibt dem adjektiv "trocken" oft eine ganz neue Dimension ;)

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