Sonntag, 20. November 2011

Grünes Curry

Am Anfang unserer Beziehung meinte ein gewisser C. mich mit seinen Kochkünsten beeindrucken zu wollen (?, müssen?). Nachdem ich sowas noch nie zuvor gegessen hatte sollte es ein grünes Thai Curry geben. Er hats gut gemeint, bei der Dosierung der Currypaste etwas zu gut. Ich hab gute zwei Stunden an einem Teller gegessen weils so unverschämt scharf war. Die angemessene Reaktion wär gewesen zu sagen, dass das Zeug ungenießbar ist und die Nahrungsaufnahme zu verweigern, aber was tut man nicht alles wenn man das Objekt/Subjekt der Begierde nicht vor den Kopf stoßen will. ;) Jedenfalls war der Teller nach zwei Stunden immernoch genauso heiß wie frisch aus der Pfanne. Ich dacht mir nur "Nie wieder grünes Curry". So leicht kam ich aber nicht davon und nachdem ich dann noch einmal ein ähnlich überdosiertes Curry über mich ergehen lassen musste hab ich doch mal auf die Verpackung der Paste geschaut. Und siehe da, man muss gar nicht das Gefühl haben man gibt jeden Moment den Löffel ab, man muss sich nur an das halten was auf der Packung steht.

Seitdem ess ich sowohl grünes als auch rotes Curry eigentlich recht gern und in unserem London Urlaub dieses Jahr haben wir dann das beste Curry überhaupt gegessen - scharf, süß, würzig und cremig. Wie immer war unser spontan gestecktes Ziel: "Das müssen wir auch so hinkriegen." Also fing daheim dann die Recherche an und mit der Zeit entstand ein brauchbares Zutatenpuzzle für ein grünes Thai Curry.

In ein richtiges Thai Curry gehören freilich richtig thailändische Zutaten... eigentlich. Aber manches davon kriegt man offenbar auch nur in Thailand zu kaufen und sonst nirgendwo. Bis jetzt ist es uns jedenfalls nur einmal gelungen Thai Auberginen aufzutreiben - und zwar genau dieses mal heute. Und so sehn die Dinger aus.

Quelle Wikipedia


Also haben wir die Zutaten mal wieder "eingedeutscht".

Übrigens: In Thailand isst man üblicherweise nicht mit Stäbchen, es seidenn man hat Nudeln vor sich. Das Werkzeug allererster Wahl ist der Löffel. Also weg mit den Stäbchen.





Zutaten (für 2 Personen):
250 g Hühnerbrust
grüne Currypaste
1 Dose Kokosmilch
1 Aubergine
1 grüne Paprika
rote (Thai)Chilies
Kaffir Limettenblätter
brauner Rohrzucker
Basilikum
Koriandergrün
Fischsauce
Kondensmilch
Öl (z.B. Sesamöl)


Zuerst je nach Gewohnheit die Hühnerbrust kurz abspülen und trocken tupfen oder eben nicht. Anschließend das Fleisch in ca. 2cm große Würfel schneiden. Die Aubergine ebenfalls in ca. 2cm große Würfel schneiden. Die Paprika in Streifen schneiden und die Chilies (Menge je nach Geschmack) in dünne Ringe schneiden.

In einem Wok oder einer hohen Pfanne etwas Öl erhitzen und als erstes die Currypaste (die angemessene Menge steht auf der Packung ;) ) anrösten. Bevor das ganze anbrennen kann mit der Kokosmilch aufgießen.
Wer das Curry besonders cremig haben möchte sollte von der Kokosmilch in erster Linie nur den festeren cremigen Teil in der Dose verwenden und das Flüssige nur um die Konsistenz anzupassen. Entsprechend braucht man dann mehr als eine Dose. Wir nehmen aber immer alles - Verschwendung überlassen wir lieber anderen.

Jetzt kommt das Fleisch hinzu und darf eine Weile köcheln und kurz bevor es gar ist wird das restliche Gemüse zugegeben, außerdem 1-2 Kaffir Limettenblätter. Sind die Zutaten alle soweit gegart gehts ans Abschmecken. Die Fischsauce sollte man vorsichtig dosieren, lieber etwas zu wenig als eine penetrante Fischsuppe draus zu machen. Der Rohrzucker sorgt für die gewünschte Süße und die Kondensmilch verstärkt noch ein bisschen den Kokosgeschmack. Wenns praktisch schon servierfertig und die Herdplatte aus ist kommen ein paar Blättchen Basilikum und Koriander dazu.

Das wars auch schon. Dazu passt natürlich Reis, oder wer Lust auf eine interessante Alternative hat kanns auch mal mit Quinoa versuchen.


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