Mittwoch, 26. September 2012

Manche mögens heiß oder Burn, Baby, Burn!

Viele von euch wissen ja, dass ich/wir eine wahrnehmbare Schärfe gut finden. Manchmal darfs aber auch gerne was mehr sein. Und dazu gibts heute unseren Hot Sauce Guide. Sicher, ich hab nicht solche Monster wie "The Source" daheim. Aber das ganze soll ja auch essbar bleiben und euch zeigen, was man so richtig schön scharf (oder höllisch scharf) machen kann und bevorzugterweise, womit.


Testkandidaten:

Tabasco /Tabasco Chipotle Sauce
Sambal Oelek
Chipotles in Adobo Sauce von LaCostena
Blairs Jersey Death Sauce
Blairs Beyond Death Sauce
Suicide Sauces Stinger Jolokia Edition


Fangen wir an:

Unser erster Kandidat; Tabasco / Tabasco Chipotle hat ein schön rauchiges Aroma und schmeckt leider Gottes sehr nach Branntweinessig. Es gibt in so mancher Kneipe oder in Imbissbuden immer mal wieder Leute, die sich rühmen Tabasco pur zu sich zu nehmen. Auch wenn eine Neigung zur Schärfe ja ne feine Sache ist, dass Zeug hier kitzelt allerhöchstens noch nett den Rachen. Nicht umsonst wird normaler Tabasco von mir seit Jahren als Rachenputzer verwendet. Aber das ist eine andere Geschichte. Wozu also Tabasco? Ganz einfach: Stilechte Chicken Wings brauchen Tabasco oder zumindest eine recht ähnliche Sauce. Tabasco taugt ebenfalls um Currywurst aufzupeppen (aber nicht zuviel davon dran geben, sonst wird der Geschmack verzerrt).Auch als Zutat im Bloody Mary ist normaler Tabasco ein Muss. Von der Schärfe her reden wir immerhin von 2500 bis 5000 Scoville bei der Standardversion beziehungsweise von 1500 bis 2500 Scoville bei der Chiptole Version. Tabasco Chiptole passt hervorragend zu gegrilltem dank seines Raucharomas - vorausgesetzt man dosierts nicht über, denn dann schmeckt wieder alles nach Weinessig.

Als zweiten Kandidaten haben wir Sambal Oelek, den Rachenhammer aus Indonesien. Mein erstes Sambal traf mich vollkommen unvorbereitet als ich mit 15 mit meiner Klasse beim Chinesen einen Klassenabend hatte. Seitdem ist es eine absolute Liebesbeziehung, die ich zu den gemahlenen Chilies mit Salz und Essig aufgebaut habe. In der asiatischen Küche allgemein wird es wohl recht häufig verwendet. Meistens wird es aber zu den bekannten Krabbenchips; Krupuk; gereicht. Da in Sambal offenbar sehr unterschiedliche Chilisorten verabreitet werden, schwankts hier oftmals im Schärfegrad je nach Marke. Ich gehe hier einmal von Chayenne Pfeffer aus...diese liegt zwischen 30000 und 50000 Scoville und britzelt schon ganz nett.

Der dritte im Bunde sind die Chipotles in Adobo Sauce von LaCostena. Warum ich hier Markenwerbung mache? Ganz einfach, ich kenne keine anderen Chipotles in Adobo. Zutatenmäßig wurden hier Jalapenos geräuchert und dann in einer ebenso rauchigen Sauce eingelegt. Besser gehts geschmacklich kaum, passt optimal zu jedem Barbeque und ist Zutat in einigen der auf diesem Blog noch kommenden Rezepte. Die Schärfe schwankt hier ziemlich, offenbar geht alles zwischen 3000-10000 Scoville. Also eher "mild", brennt aber dank des Räuchervorgangs super, ohne dabei an Geschmack einzubüßen. Bei uns daheim auch ab und zu einfach mal "pur" als Snack der einem schonmal die Tränchen rausdrückt.

Wem das alles zu lasch ist, versucht sein Glück vielleicht mal mit Blairs Beyond Death Sauce, die mit sportlichen 99,760 Scoville so richtig reinhaut. Ich warne gleich mal vorweg, auch wenn das was noch kommt, noch schärfer ist, ist die Beyond Death eine "fiese Sau". Im Gegensatz zu den Soßen, die überall im Mund brennen, verwandelt diese hier eure Zunge in ein mit Rasierklingen gespicktes Hitzefeld. Ehrlich, die Sauce finde ich selber übler als die Jersey Death, die aber locker 6x so scharf ist... taugt super für Chili con Carne, welches niemals kalt wird und Nuclear Wings. Die Sache mit dem vorsichtig dosieren meint Blair wirklich ernst und auch vollkommen zu recht.  

It´s getting Hot in Here! Blairs Jersey Death Sauce beeindruckt mit 650000 Scoville und brennt wie Napalm. Hier dosiert man am besten tröpfchenweise und testet entweder sich selbst oder Freunde und Bekannte (nur nach Vorwarnung!!) auf Feuertauglichkeit. Als Zutat zu Chili zu empfehlen und peppt diverse Saucen bei einem Barbeque auf. Freundlicherweise am besten mit etwas Milch reichen, das neutralisiert die Schärfe, wenns einem zu viel wird.

Hail to the King, Baby! Die Stinger Jolokia Edition von Suicide Sauces ist eine grandiose Soße, die wirklich alles scharf bekommt. Die Scovilleanzahl der enthaltenen Bhut Jolokia Chili beträgt hier beachtliche 1.001.000 und ein paar zerquetschte. Kein Wunder, dass die Inder Handgranaten mit dem in den Dingern enthaltenen Capsaicin herstellen wollen. Und wie eine Granate wirkt auch die Sauce. Zuerst hat man ein bisschen Zeit, den Geschmack zu genießen, dann folgt die Zündung: Alles brennt und man fühlt sich, als hätte man Drachenfeuer im Mund. Dieser scharfe Tritt ins Gesicht ist eine meiner absoluten Lieblingssaucen, da trotz der Schärfe noch sämtliche Geschmacksrichtungen erhalten bleiben. Lustigerweise taugt die Sauce super dazu, anderen Saucen den richtigen Pepp zu geben. Ich selber rühre mir gern eine rauchige BBQ Sauce damit zusammen. Passt super zusammen und ist richtig schön scharf, so daß man ein bisschen ins Schwitzen gerät.

Natürlich gibts noch brutalere Saucen und Extrakte (und manchmal wars gar nicht so einfach die Scovillewerte rauszubekommen...ich hoffe ich hab die ohne Übertreibungen). Aber sind wir mal ehrlich... spätestens nach einer Naga Jolokia Pur empfindet man alles was noch schärfer ist entweder als Tortur oder hat einfach nur mehr Spaß an der Nummer, als normale Mägen/Münder vertragen. Vielleicht, wenn der Chiliteufel mich weiter reitet, dann gibts irgendwann ein Update... bis dahin reichen die vorhandenen Kandidaten eindeutig aus um jeder Küche die nötige "Würze" zu verleihen. 

And now... roast in hells flames! Mwahahahahahaharrrrr!


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