Donnerstag, 22. Mai 2014

Low Carb - Eggs Benedict

Der Titel heißt Eggs Benedict, aber bevor ich dazu komme möchte ich mich erst über unser selbstgemachtes "Eiweißbrot" auslassen.
Solches Brot gibt es ja in einigen Bäckereien, aber man weiß nie wirklich was drin ist und wie das überhaupt gehen soll... Brot ohne Mehl. Brot besteht doch nur aus Mehl!
Stimmt und wenn man es sehr genau nimmt wird man auch zu dem Schluss kommen, dass das gar kein richtiges Brot ist. Aber hey, man wird sehr kompromissbereit nach ein paar Wochen.

Das Rezept für dieses Brot habe ich zufällig bei Measlychocolate entdeckt. Natürlich konnte ich mich bei der Aussicht auf Brot ohne Gewissensbisse nicht beherrschen und habe angefangen zu recherchieren. Hafer und Weizen klangen für mich nämlich erstmal nicht nach Low Carb Tauglichkeit. Haferkleie, Weizenkleie, Dinkelkleie usw. besteht jedoch im Gegensatz zu Flocken oder Mehl hauptsächlich aus den äußeren Kornschichten. Grob gesagt Schalen und ggf. Keimling. Kleie enthält also vor allem Ballaststoffe und die durchwandern den Verdauungstrakt unverdaut - sie putzen höchstens noch ein bisschen das Innenleben durch, wenn ihr wisst was ich meine. Keine unnötigen leeren Kohlenhydrate. Natürlich enthält Kleie dennoch Kohlenhydrate, Haferkleie sogar nicht gerade wenig, aber es handelt sich dabei um langkettige Kohlenhydrate, die für den Körper schwerer zu verarbeiten sind und länger satt machen.
Ganz und gar ohne Gewissensbisse läuft es also nicht, aber so wirklich kann man bei dem Wort "Kleie" auch kein schlechtes Gewissen haben. Das klingt doch schon so gesund und das ist es auch.
Ein paar winzige Abstriche muss man bei dem Brot im Vergleich zu herkömmlichem Brot schon machen. Die Konsistenz ist klebriger und krümeliger. Insgesamt schmeckt es "kerniger" als normales Brot. Aber alles in allem ist der Geschmack sehr gut und ich bin schon gespannt darauf, diesen Grundteig abzuwandeln und für anderes Gebäck auszuprobieren. Das Brot wird es jedenfalls wieder geben.

Zurück zum Wesentlichen... Die Kombination aus Brot, Schinken, Eiern, Sauce Hollandaise und Bacon klang zum dahinsabbern. Bis auf das kleine Brotproblem, das wir ja nun elegant gelöst haben war das sogar alles Low Carb geeignet. Muss also auf den Teller.
Einzige Schwierigkeit... das Rezept enthält pochierte Eier... oha. Das war doch sowas mit Essigwasser, oder? Davon gehört und gesehen, ja... selbst gemacht oder gegessen aber noch nie. Aber hey, wir sind doch experimentierfreudig und wir haben auch kein Problem damit, unbekanntes Terrain zu betreten, damit wir euch anschließend sagen können wie es dort so ist.
Zugegeben, wir haben uns mit dem Hintergedanken "Das wird eh nix." an den Herd gestellt, aber auf die Art gibt es wenigstens keine schlechten Überraschungen.

Achso ja... die Entstehungsgeschichte zum Namen dieses Gerichts... sollen wir die wirklich nochmal runterleiern? Ganz in Kürze vielleicht... Wir schreiben irgendein Jahr im 19. Jahrhundert. Chocopops waren noch nicht erfunden und der Finanzier LeGrand Benedict war unglaublich gelangweilt vom gewöhnlichen Frühstück. Extra für ihn kreierte der damalige Chefkoch von Delmonico's Restaurant in New York also dieses Frühstück... quasi für mehr Abwechslung auf dem Teller. So einfach ist die Geschichte.

Schwierigkeit:






Zutaten (pro Person):
2 Scheiben Brot (normalerweise verwendet man Toasties/English Muffins)
2 Eier
2 Scheiben gekochter Schinken
Bacon, kross gebraten
Sauce Hollandaise, erhitzt
Weißweinessig
Salz

Für das Brot:
250 g Haferkleie (evtl. Dinkelkleie)
50 g Weizenkleie
500 g Quark
5 Eier
5 EL Leinsamen
1 Päckchen Backpulver
1 TL Salz


Für ein "Eiweißbrot" den Ofen auf 200 °C Umluft vorheizen. Vermischt die genannten trockenen Zutaten miteinander und gebt dann Eier und Quark dazu. Verknetet alle Zutaten mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine zu einem Teig. Lasst euch nicht beirren, dass der Teig eine ganz andere Konsistenz hat als normaler Brotteig. Er ist eher wie ein sehr zäher Kuchenteig.
Den Teig dann in eine gefettete Form füllen und ca. 35-40 Minuten im Ofen backen. Wenn das Brot gerade 5-10 Minuten im Ofen ist könnt ihr wie bei normalem Brot die Temperatur um 10-20 Grad verringern. Nach der Backzeit löst ihr das Brot aus der Form und backt es nocheinmal 5-10 Minuten ohne Form auf dem Backofenrost etwas nach, damit auch die Unterseite eine schöne Kruste erhält.

Was ihr bei diesem Brot beachten solltet ist, dass es nicht schwitzen darf, sonst wird es matschig. In Plastik also allenfalls dann verpacken, wenn es vollkommen ausgekühlt ist. Ich habe zur Sicherheit die Schnittfläche noch mit einem Blatt Brotzeitpapier abgedeckt bevor ich es verpackt habe.



Kommen wir zu den Eiern. Die Eier müssen pochiert werden. Wer das wie wir noch nie zuvor gemacht hat... das geht so:

Fangen wir mit dem Zusatztopf an... diesen Topf, er muss nicht groß sein, mit Wasser füllen und erhitzen und das Wasser dann mit Salz würzen. Das Salzwasser kommt dann später zum Einsatz.

Füllt außerdem einen mittleren Topf mit ca. 1,5 Liter Wasser und bringt es zum Kochen. Gebt dann 1-2 TL Weißweinessig dazu und dreht die Hitze zurück auf kleine Stufe. Nun abwarten bis das Wasser nicht mehr kocht, sondern bloß noch simmert. Kleine Bläschen am Topfboden sind ok, mehr sollte es aber nicht sein.
Da wir uns nicht zugetraut haben mehrere Eier gleichzeitig in einem Topf zu pochieren haben wir zwei Töpfe so vorbereitet.

Wenn das Wasser soweit ist schlagt ihr jedes Ei vorsichtig in eine Tasse oder Schüssel, ohne dabei das Eigelb zu zerstören. Rührt nun das Wasser in jedem Topf mit einem Löffel einmal kräftig um, bis sich ein Strudel bildet und lasst dann die Eier vorsichtig in den Strudel gleiten. Das Eiweiß sollte sich um das Eigelb schlingen und stocken, das Eigelb bleibt hoffentlich ganz, aber weitestgehend flüssig. Nach 3 Minuten sind die Eier fertig und können mit einem Schaumlöffel aus dem Topf geholt werden.

Habt ihr das heile Ei einmal auf dem Schaumlöffel taucht ihr es für einen Moment ins heiße Salzwasser, um es zu würzen und den Essig abzuwaschen. Nachdem die Eier dann kurz abtropfen konnten gehts ans Anrichten.

Aufs Brot kommt der Schinken, darauf das Ei, dann ein Klecks Sauce Hollandaise und obendrüber der Bacon. Etwas garnieren und fertig!


Zubereitungszeit: Brot ca. 60 Minuten, Eggs Benedict ca. 30 Minuten


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